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Olivenbaum for sale-Der Ölbaum in der Wirtschaftskrise

Was hat der Olivenbaum mit der  Wirtschaftskrise am Hut?

Mehr, als man denkt!

Tatsächlich werden nämlich, auf Grund sinkender Olivenöl Preise, steigender Steuern, verschärfter Bedingungen für den Verkauf von Olivenöl, immer mehr uralte

Oliven Haine vernachlässigt,

 

und.....da sehr alte, mächtige Bäume einen guten Preis erzielen, immer öfter auch Jahrhunderte bis tausend Jahre alte, urige Olivenbäume entwurzelt und verkauft.

Olivenbaum-For sale!

Verständlich ist zwar der Gedanke, mit einem Baum, den man möglicherweise nicht mehr nutzen möchte, auf die Schnelle, einige hundert, oder tausend Euro verdienen zu können. Verständlich auch der finanzielle Druck, der in Krisenzeiten auf den Landwirten, den Olivenöl Produzenten und Oliven Anbauern liegt, aber die Gefahr liegt auf der Hand:

Bäume, die 1000 Jahre irgendwo in Spanien, Italien, Portugal, oder hier in Griechenland, tief verwurzelt Wind und Wetter getrotzt haben, die Kriege und Friedenszeiten überlebt haben, die Menschen über Äonen hinweg mit Öl, Oliven und, durch den jährlichen Baumschnitt, auch mit Brennholz versorgt haben, werden nun entwurzelt und weit entfernt in fremde Erde verbracht. Ob von Menschen heran gezogene Bäume,  wild gewachsene, die wegen ihrer ausgesprochen urigen und eigenwilligen Form ins Blickfeld von "Tree Brokern" geraten. Und einige von diesen selbst ernannten "Baummaklern", sind leider nicht vom Fach!

Denn um einen so alten Baum, mit Durchmessern von 160 cm bis 180 cm, unbeschadet auszugraben, zu transportieren, und wieder einzupflanzen, ist mehr nötig, als nur das Wissen darum, dass er im Endverkauf möglicherweise 10.000 € einbringen könnte.

Immer wieder überleben diese wunderschönen Bäume daher leider den aufgezwungenen "Umzug" nicht. Oftmals bereits das Ausgraben nicht, denn wenn zu viele der Wurzeln dabei beschädigt sind, ist das Sterben vorprogrammiert.

 

 

Der Olivenbaum ist mediterranes Kulturgut. Einer der ältesten bekannten kultivierten Bäume der Geschichte!

Der Baum, von dem tausende von Menschen seit 600 v. Christus gelebt haben. Und dieses Wissen ist zumindest in den Ältesten, in den ein bis zwei Generationen vor uns, noch fest verankert gewesen.

 

 

Wenn man heute in der Suchmaschine Google eingibt "Alte Olivenbäume kaufen", dann bekommt man ungefähr 778.000 Ergebnisse. Gibt man den gleichen Wortlaut in englisch ein "old olive trees to buy", so erhält man gar ungefähr 70.900.000 Ergebnisse!

 

Ist das nicht ein bisschen erschreckend?

Alter Olivenbaum-Griechenland
Alter Olivenbaum-Griechenland

Einen wunderschönen Film zum Thema, der in Spanien spielt, möchten wir Euch hierzu empfehlen. 

 

"El Olivo-Der Olivenbaum"

 

 

 

 

 

 

Der folgende Text besteht aus Auszügen aus dem 24-seitigen Presseheft zum Film, welches sie hier, auf der offiziellen Website als PDF-Datei frei herunterladen können.

 

 

»Mit dem Verkauf der Bäume geht eine Form des Lebens verloren, wir verlieren ein einzigartiges Erbe. Aber man kann niemandem allein die Schuld daran geben, am wenigsten denen, die dort leben. Die Arbeit in den Oliven ist sehr hart. Und es kann nicht sein, dass nur sie dafür kämpfen, dass dieser Reichtum nicht verloren geht und aufgegeben wird.«

Icíar Bollaín

 

Auszüge aus der Beschreibung der Regisseurin und mehrfachen Goya-Preisträgerin Icíar Bollaín, die zu den renommiertesten Regisseurinnen Europas zählt: 

"Seinen Anfang nahm „El Olivo“ mit einer Zeitungsmeldung, auf die Paul Laverty gestoßen war. Sie handelte von der Reise eines über tausendjährigen Olivenbaums, der in der Region des Bajo Maestrazgo ausgegraben und in den Norden Europas verschickt wurde, um dort einen Garten, eine Bank oder was auch immer zu schmücken. Ein Olivenbaum mehr, der wie unzählige vor ihm in den vergangenen Jahren verkauft und von ihrem ursprünglichen Ort weggebracht wurden, um überall auf der Welt Bankgebäude, Konzernzentralen, Verkehrsinseln oder Privatgärten zu schmücken, bis hin nach China."......................................" Diese Bäume sind von atemberaubender Schönheit, wie lebendige Skulpturen. Abgesehen davon, spiegelte das Schicksal dieser Bäume die Ausplünderung wider, die unser Land und seine Landschaften während der Jahre des Booms erlitten haben, das, was wir später in der Krise verloren, den Schaden, den wir uns zugefügt haben – und die Notwendigkeit, unseren kulturellen Reichtum, unsere Wurzeln, letztlich uns selbst zu schützen."..................

"Ein Kind, ein Großvater, ein in der Vergangenheit gegen ihren Willen verkaufter Olivenbaum, eine Familie, die auf den Zug der Boomjahre aufspringen wollte, aber dann wie so viele in Spanien fast alles verloren hat... Und dieses Kind, Alma, inzwischen Anfang 20, stürzt sich in ein unmögliches, DonQuijote-haftes Unternehmen: Den verlorenen Olivenbaum wieder zurückzuholen, um so auch ihren Großvater wieder zurückzubekommen, der im Nebel des Alters oder, wer weiß, vielleicht des Schmerzes verloren ist."


Diese 24 Seiten Text des Pressehefts zum Film alleine, sind bereits so berührend, dass man das Zitat:

 

"Noch nie hat uns ein Baum so zum Lachen und Weinen gebracht"

(El Diario Nueva York ist die größte und älteste spanisch sprachige Tageszeitung in den Vereinigten Staaten.), bereits nachvollziehen kann, bevor man den Film überhaupt gesehen hat!"

 

 

Für Lehrer gibt es filmpädagogische Begleitmaterialien zum Film mit einer pädagogischen Altersempfehlung zur Bearbeitung ab 14 Jahren/9. Klasse hier, ebenfalls zum freien Download.

 

Und hier noch der Trailer zum Film: