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Gipfelstürmer-Xiron Oros....es muss ja nicht gleich der Mount Everest sein!

Xiron Oros-der höchste Gipfel Nordeuböas
Xiron Oros-der höchste Gipfel Nordeuböas

Wer die Natur liebt, ein bisschen Anstrengung und Muskelkater nicht scheut, und in seinem Urlaub auf Evia (Euböa), Griechenland noch etwas anderes tun möchte, als nur Sandkörner am Strand zu zählen, der wird bei diesem Ausflug auf seine Kosten kommen!

 

Die Ersteigung des Xiron Oros im mittleren Norden der Insel Evia, ist auch weniger geübten Wanderern möglich. Und auch für Familien mit Kindern bietet sich hier die Möglichkeit, einen tollen und aktiven Urlaubstag zu erleben.

Zur Belohnung darf man sich danach in den gegenüber liegenden Wasserfällen von Drimonas abkühlen (Siehe unser Blogartikel "Traumhafte Natur-Drimonas, die Wasserfälle"!

Xiron Oros-Berg im mittleren Norden Evias-Griechenland
Xiron Oros-Berg im mittleren Norden Evias-Griechenland

Der Berg Xiron ist mit 990 Metern der höchste Berg in Nordevia. Er grenzt im Süden an die Kechri-Ebene, im Nordwesten an die Ebene von Istiaia und im Westen an den Berg Telethrion.

Dem Xiron entspringen die zwei wichtigsten Flüsse im Norden der Insel: der Sipias, der einige Kilometer westlich in den nördlichen Golf von Evia mündet und der Nileas.

Der Nileas verbindet sich mit dem Fluss Kirea und fließt gemeinsam mit diesem in die Ägäis beim Strand Krya Vrisi

 

Laut Strabo, einem antiken griechischen Geschichtsschreiber und Geographen,  haben die Schafe, die aus dem Wasser des Kireas getrunken haben, weiße und die Schafe, die aus dem Nileas getrunken haben, schwarze Schafe geboren.

Startpunkt Aufstieg zum Xiron Oros
Startpunkt Aufstieg zum Xiron Oros

Der Wanderweg zum Gipfel des Xiron, startet vom Parkplatz oberhalb der Wasserfälle von Drimonas, welche wir nach der Bergtour auf jeden Fall zum Abkühlen aufsuchen werden!

 

Wir begannen den Aufstieg um 9.15 h. Die Zeitangaben, welche im Internet auf verschiedenen Seiten zu finden sind, schwanken stark, da natürlich die Ausdauer und körperliche Verfassung der Wanderer berücksichtigt werden müssen, ob Kinder mit dabei sind, wie viele Fotos unterwegs geschossen werden und wie oft gerastet wird.

Wir haben für die gesamte Tour hinauf bis zum Gipfel und wieder runter bis zu den Wasserfällen, mit mehreren kürzeren Pausen, 3,5 Stunden benötigt.

 

Wichtig sind sehr gutes Schuhwerk, es müssen nicht explizit Wanderschuhe sein, aber gut eingelaufene und vor allem feste Schuhe sind ein Muss, da der Weg stellenweise im wahrsten Sinne über Stock und Stein führt. Trinkwasser in ausreichender Menge, da keine Quelle unterwegs, Sonnenschutz im Sommer, und der Jahreszeit angepasste Kleidung. Auf dem Gipfel windet es recht stark, im Wald selbst ist es angenehm temperiert, aber durch die Kletterei kommt man doch ganz schön ins Schwitzen. Stellenweise gibt es auf der Strecke keinen Handyempfang.

Aufstieg zum Xiron Oros
Aufstieg zum Xiron Oros

Der Aufstieg beginnt auf ca. 650 m Höhe und führt durch einen wunderschönen Mischwald aus Fichten, Kiefern, Eichen und abwechslungsreicher Fauna.  Eine traumhafte naturbelassene Waldlandschaft, die vom Forstamt Limni gepflegt wird. 

Der Weg zum Gipfel ist zu Beginn mit Geländern und Brücken gestaltet, stellenweise wurden großflächige Stufen aus Naturstein angelegt. Je höher wir gelangen, umso steiniger werden das Gelände und auch der Weg, aber mit dem richtigen Schuhwerk ist die gesamte Strecke dennoch gut zu begehen. Der Wanderweg ist an den Bäumen markiert.

In regelmäßigen Abständen gibt es gemauerte oder hölzerne Sitzbänke und auf halber Höhe befindet sich ein überdachter Rastplatz, auf dem sich auch drei Schaukeln befinden, sowie eine aus Naturstein gemauerte Ablage, die man unserer Vermutung nach wohl als "Wickelablage gedacht hatte, falls jemand mit Kleinkind unterwegs ist.

 

Zwischendurch klären Tabellen immer wieder darüber auf, wie viel Meter es rauf zum Gipfel, oder runter zu den Wasserfällen sind.

Außer dem gelegentlichen Gebimmel der Glöckchen einer in der Nähe umher ziehenden Ziegenherde, dem Gezwitscher von Vögeln und dem Rauschen des Windes in den Baumwipfeln, sind hier oben keine Geräusche zu hören. Einfach nur wohltuende Ruhe.

 

Was uns, abgesehen von der wunderschönen Umgebung, sehr positiv aufgefallen ist:

Es war auf der gesamten Strecke kein bisschen Müll zu sehen, nicht mal ein Fetzen Papier!

 "Sternbergia lutea",  auf deutsch Herbst-Goldbecher
"Sternbergia lutea", auf deutsch Herbst-Goldbecher

Angekommen auf dem Gipfel fanden wir nicht nur eine unglaubliche Panorama Aussicht und eine weitere überdachte Raststelle vor, sondern auch eine einzige blühende Schönheit auf 990 Metern.

 

Eine "Sternbergia lutea",  auf deutsch Herbst-Goldbecher genannt.

Nachdem ich ziemlich lange recherchiert hatte, ob es sich um einen Krokus, oder nicht, handelt, gelang es mir, mit Hilfe des Facebook Forums "Pflanzenbestimmung /Botanik-Gemeinschaft", diese Pflanze tatsächlich zu definieren. 

Korallen Pfingstrose Fruchtstand-Paeonia mascula ssp. hellenica
Korallen Pfingstrose Fruchtstand-Paeonia mascula ssp. hellenica

Beim Abstieg, haben wir dann noch eine weitere, uns bisher unbekannte, Pflanze entdeckt, und auch hier konnten mir die Mitglieder des oben genannten Forums weiterhelfen.

 

Hierbei handelt es sich um eine Korallen-Pfingstrose, und zwar einer Unterart namens "Paeonia mascula subsp. hellenica", die hier auf Euböa, in Attiki und dem Peleponnes vorkommt.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme ist der Fruchtstand der Pflanze zu sehen.

Die Blüte würde so aussehen. 

Und so sieht dann das Panorama vom Gipfel des Xiron aus. Einfach fantastisch.

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, auf dem Gipfel eine kleine Flagge aufzustellen......Wir waren hier!

Der Muskelkater, den wir jetzt drei Tage später empfinden, hat sich dafür auf jeden Fall gelohnt!