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Die Myrte gibt´s auch ohne Braut...

Die Myrte, auch Brautmyrte genannt, ist ein immergrüner Strauch, der am Mittelmeer im späten Frühjahr hunderte kleine, weiße Blüten hervorbringt, die intensiven Duft verbreiten.  Die Gemeine Myrte ist aus der Familie der Myrtaceae, der einzige Vertreter in den Mittelmeerländern. 

Im antiken Griechenland war die Myrte der Göttin Aphrodite geweiht, der Göttin der Liebe und Schönheit. Myrtenzweige gelten als Symbol für Jungfräulichkeit, Lebenskraft und viele gesunde Kinder, aber auch der über den Tod hinausgehenden Liebe. Jungfräuliche Bräute wurden sowohl bei den Griechen, als auch bei den Römern mit Myrtenkränzen geschmückt. Ab dem 16. Jahrhundert wurde dieser Brauch auch in Deutschland übernommen. Daher kommt der Name Brautmyrte. 

Dass die Myrte aber auch ohne Braut ihre Existenzberechtigung hat, dass sie sowohl als Heilpflanze, als auch in den Küchen der Mittelmeerländer eine Rolle spielt, ist nicht sonderlich bekannt.

 

Wussten Sie beispielsweise, dass der Name der bekannten italienischen Wurst "Mortadella" auf die Myrte zurückzuführen ist?

Die aromatischen, leicht scharfen Beeren wurden in Zeiten, als Pfeffer in Europa noch ein unbekanntes, bzw. nicht zu kaufendes Gewürz war, in Europa als Pfefferersatz verwendet. So kam die Wurst zu ihrem Namen.

 

Als Heilpflanze wurde und wird auch heute noch, die Myrte gegen Husten und Erkältungen eingesetzt. Außerdem bei Durchfall, Blasenbeschwerden und Gelenkserkrankungen, unreiner und entzündeter Haut. Verwendet werden hierfür die Blätter, die Früchte und vor allem das ätherische Öl  der Myrte (volkstümlich als "Engelwasser" bezeichnet). Die verschiedenen Inhaltsstoffe der Pflanze wirken antibakteriell, desinfizierend, fungizid, schleimlösend, entwässernd und krampflösend.  

 

Ein Teeaufguss aus Myrteblättern bei Erkrankungen der Atemwege zum Trinken oder Inhalieren:

4 Teelöffel Myrtenblätter mit 500 ml kochendem Wasser übergießen. 

Nach 10-12 Minuten durch ein Teesieb abseihen. 

 

 

In der mediterranen Küche hatte die Myrte früher auch ihren festen Platz. Zum Einen, wie bereits erwähnt, als Pfefferersatz, zum anderen wurden daraus Marmeladen hergestellt, Myrtewein und Myrtenlikör. In Sardinien wird aus Myrtebeeren der bekannte rote Myrtenlikör "Mirto" hergestellt, aus den Blättern der weiße "Mirto bianco".

 

Das Kraut nutzt man auch heute noch zum aromatischen Räuchern beim Grillen. Hierzu werden Myrtenblätter zum Grillholz hinzugegeben. 

 

Auf der hier verlinkten Seite findet man einige Rezepte aus der Zeit der Römer. Schöne Beispiele, wie früher die Myrte in der Küche verwendet wurde. 

https://www.myrtus-communis.de/allgemeines/rezepte.html

 

 

Die Myrte enthält Bitterstoffe und ist als Würzmittel daher besonders gut geeignet für gebratenes Fleisch, fetthaltigen Fisch und Hülsenfrüchte. Man kann Beeren und auch Blätter an die Gerichte geben, die Blätter werden auf jeden Fall vor dem Servieren wieder entfernt. 

 

Für diejenigen unter Ihnen, die gerne selber experimentieren: Aus Myrte Beeren lässt sich auch ein sehr interessantes Gewürzsalz selber herstellen. Myrtebeeren fein mahlen und mit Salz vermengen. Oder Myrte Blätter fein mahlen und zum Würzen verwenden. Probieren geht über studieren!

 

Und zum Schluss noch ein weiterer Link. Auf dieser Seite finden Sie Rezepte für Hausmittel zum Selber herstellen aus Myrte, ein Rezept für Myrtenmarmelade und natürlich: Myrtenlikör!

 

https://www.smarticular.net/aus-myrte-marmelade-likoer-heilsalben-herstellen/